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22. Juni 2026
Geyer zur Rentendebatte: „Es wird jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben“
Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer hat die Regierungskoalition zu mehr Sachlichkeit in der Diskussion um die Alterssicherung aufgefordert.
Wer durchschnittliche Renten und Pensionen vergleiche, der vergleiche „Äpfel mit Birnen“, erklärte Geyer im Interview mit der Stuttgarter Zeitung am 21. Juni 2026. „Beispielsweise haben zwei Drittel der Beamtinnen und Beamten ein Hochschulstudium und keine Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie, weil dort das Lebenszeitprinzip gilt. So etwas finden Sie in der Rentenversicherung viel seltener. Auch bekommen viele Arbeitnehmer neben der gesetzlichen Rente noch eine betriebliche Altersversorgung – für Beamte gibt es allein die Beamtenversorgung.“
Er werfe vielen Politikerinnen und Politikern vor, dass „sie wider besseres Wissen die Diskussion gegenüber meinen Kolleginnen und Kollegen anheizen, die jeden Tag für dieses Land arbeiten – in Justizvollzugsanstalten, im Gericht, bei der Polizei, bei der Feuerwehr, im Finanzamt. Es fehlt komplett an Wertschätzung für das, was sie die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag für dieses Land leisten.“ Dabei werde oft ignoriert, dass das Berufsbeamtentum im Grundgesetz verankert sei. Geyer: „Das war bei Gründung der Bundesrepublik Deutschland eine sehr bewusste Entscheidung. Beamte verzichten auf bestimmte Rechte, zum Beispiel das Streikrecht, sind leichter zu versetzen und verpflichtet, die Verfassung zu verteidigen. Dafür sichert der Staat ihnen im Gegenzug die Alimentation zu. Statt das endlich mal zur Kenntnis zu nehmen, wird in der politischen Debatte jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Wir haben eine Bundesregierung, die Kommissionen einsetzt, und statt deren Ergebnisse abzuwarten machen Mitglieder der Regierungsparteien ständig neue Vorschläge. Das ist unseriös.“
Angesprochen auf den Stellenabbau in Teilen des öffentlichen Dienstes stellte Geyer klar: „Das muss mit einer Aufgabenkritik einhergehen. Die Politiker müssen den Bürgern dann auch erklären, welche staatlichen Aufgaben wegfallen, welche Leistungen nicht mehr erbracht werden sollen. Aber diese Debatte wird gescheut. Lieber macht man für die Bundesverwaltung eine pauschale Vorgabe von acht Prozent weniger Stellen bis 2029 – ohne zu sagen, welche Aufgaben betroffen sind. Außerdem muss sich die Politik fragen, was sie mit neuer Gesetzgebung an zusätzlichem Personalmehrbedarf selbst verursacht. Da müssen digitale Lösungen gleich mitgeliefert werden.“.
Ursprünglich veröffentlicht unter https://www.dbb.de
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