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28. April 2026
DPVKOM fordert Beschäftigungsgarantien
Ende April wurde in zahlreichen Medien berichtet, dass es Überlegungen vonseiten der Deutschen Telekom hinsichtlich einer Fusion mit der von ihr mehrheitlich dominierten Tochter T‑Mobile US gibt. Bei einer Umsetzung dieses Plans könnte einer der größten Telekommunikations-Konzerne der Welt entstehen.
Während solche Vorhaben an den Finanzmärkten für Begeisterung sorgen mögen, ist aus Sicht der DPVKOM klar: Für die Beschäftigten in Deutschland können solche Fusionen erhebliche Risiken mit sich bringen. Aus diesem Grund muss Beschäftigungssicherheit an erster Stelle stehen.
Große internationale Zusammenschlüsse werden regelmäßig mit „Synergien“ begründet. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich hinter diesem Begriff häufig Personalabbau, Arbeitsverdichtung und zusätzlicher Druck auf die Beschäftigten verbergen. Wir als Fachgewerkschaft DPVKOM fordern deshalb verbindliche und langfristige Beschäftigungs- und Standortgarantien, bevor über eine Fusion überhaupt weiter nachgedacht wird.
Beschäftigte dürfen nicht die Last eines möglichen Deals tragen
T‑Mobile US ist seit Jahren der größte Gewinnbringer des Konzerns. Sollte die Konzernstruktur künftig noch stärker auf den US‑Markt ausgerichtet werden, drohen eine Abwertung des deutschen Kerngeschäfts, geringere Investitionen in Infrastruktur und Personal in Deutschland, sowie eine Verlagerung von Entscheidungsmacht in die USA. Die DPVKOM warnt daher ausdrücklich davor, dass die Beschäftigten in Deutschland am Ende die Last eines Deals tragen könnten, der vor allem kapitalmarktgetrieben ist und in erster Linie den Aktionären nutzt.
Auch darf eine veränderte Konzernstruktur nicht dazu führen, dass Mitbestimmungsrechte ausgehöhlt oder Tarifstandards infrage gestellt werden. Wir fordern daher eine klare Sicherung der Mitbestimmung in allen relevanten Konzernteilen, um Verschlechterungen von Arbeitsbedingungen zu verhindern.
Staat steht in besonderer Verantwortung
Der deutsche Staat und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind bedeutende Anteilseigner der Deutschen Telekom (zusammen halten sie etwa 28 Prozent). Daraus ergibt sich eine klare Verantwortung für den Schutz der Arbeitsplätze in Deutschland, die Sicherung der Tarifbindung, den Erhalt der Standorte, sowie Investitionen in die deutsche Netzinfrastruktur. Darüber hinaus dürfte der Staat kein Interesse daran haben, dass der Konzernsitz aus Deutschland verschwindet, oder sich sein Aktienanteil durch diese Fusion deutlich verringert. Symbolische Absichtserklärungen von Unternehmensseite reichen hier nicht aus. Es braucht verbindliche, überprüfbare Vereinbarungen.
Für die Fachgewerkschaft DPVKOM steht fest, dass es eine Fusion nur geben darf, wenn Beschäftigungs- und Standortgarantien, Mitbestimmung und Tarifbindung sowie eine transparente Einbindung der Arbeitnehmervertretungen von Anfang an gesichert sind. Die Deutsche Telekom ist nicht nur ein börsennotiertes Unternehmen, sondern auch ein zentraler Arbeitgeber und Infrastrukturanbieter in Deutschland. Die Interessen der Beschäftigten müssen im Mittelpunkt stehen – nicht der Aktienkurs.
Michael Wittig
Ursprünglich veröffentlicht unter https://www.dpvkom.de
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